Kombinierte ambulant-stationäre Behandlung (KoRS)
kombinierte ambulant-stationäre Behandlung (KoRS)
Die „Kombinierte Reha Sucht (KoRS)“ wird in der Klinik Schloß Falkenhof als weiteres Behandlungsangebot neben den bereits bewährten Therapieprogrammen verstanden. Im Kernbereich steht eine intensive 6-wöchige stationäre Therapiephase mit einer verbindlichen ambulanten Rehabilitationsphase im Anschluss. Dies bedeutet, dass Patienten, die sich für dieses Behandlungsprogramm entscheiden, bereits in der Vorbereitungsphase über diese kombinierte stationär-ambulante Therapiekonzeption informiert werden.
Die Kombibehandlung "KoRS" ist zur Zeit mit folgenden Fachambulanzen
und Behandlungsstellen möglich:
- Fachambulanz für Suchtkranke Wiesbaden
- Fachambulanz für Suchtkranke Rüsselsheim
- Fachambulanz für Suchtkranke Frankfurt
- Fachambulanz für Suchtkranke Erbach
- Fachambulanz für Suchtkranke Heppenheim
- Fachambulanz für Suchtkranke Darmstadt
- Fachambulanz für Suchtkranke Dieburg
Die stationäre Behandlungsphase kann im Gegensatz zur ambulanten Phase
durch die zeitbegrenzte Herausnahme aus dem Lebensalltag entscheidend die
Reflexionsfähigkeit fördern, d. h. das Selbstbild bezogen auf
den familiären und beruflichen Kontext kann intensiv überprüft
werden, so dass die derzeitige Beziehungssituation analysiert wird.
Eine Überprüfung eigener Stärken, Fähigkeiten und Ressourcen
lässt es zu, Selbstwertgefühl und Selbstachtung zu verbessern.
So können Patienten in dieser Behandlungsphase wesentliche Entwicklungsschritte
überprüfen und im Rahmen von Heimfahrten und Klärungsgesprächen
einen intensiven Austausch mit ihren Angehörigen vornehmen. Durch die
Rückkehr in die Klinik werden intensive Formen der Rückkopplung
geschaffen, in denen es gelingt, weitere notwendige Entwicklungsschritte
zu verdichten. Gemeinsame Freizeitgestaltung, Gesundheitstraining, Sport
und Gymnastik ermöglichen es, die körperliche Ausdauer und Kondition
zu verbessern. Durch eine zeitlich begrenzte Herausnahme aus der Familie
ergeben sich für alle Beteiligten Möglichkeiten der Überprüfung
ihres Rollenverständnisses und ihrer Ansprüche und Erwartungen
an das zukünftige Zusammenleben.
Familientherapeutische Gespräche unter systemischen, lösungsorientierten
und verhaltenstherapeutischen Vorgaben bedeuten, dass neben der Gegenwartsanalyse
eine vorrangig an den zukünftigen Haltungen und Umgehensformen orientierte
Therapie entscheidend ist. So ist der Raum, der sich für Angehörige
durch die vorübergehende Trennung des als suchtmittelkrank definierten
Familienmitglieds ergibt, eine wesentliche Chance, eigene Muster und Verhaltensweisen
zu überprüfen, um gemeinsam am Aufbau neuer tragfähiger Beziehungen
zu arbeiten.
In der nahtlos sich anschließenden ambulanten Behandlungsphase gilt
es, die während der stationären Phase gemachten Entwicklungsschritte
lebenspraktisch umzusetzen und innerhalb der wöchentlichen gruppentherapeutischen
Sitzungen auszutauschen und zu reflektieren. Durch die wieder aufgenommene
Berufstätigkeit und das Erleben des familiären Alltags ergeben
sich neben vielen stabilisierenden Gesichtspunkten auch Gefährdungen
und Krisen, die gruppentherapeutisch aufgefangen werden können.
In der Weiterführung des therapeutischen Prozesses in der Psychosozialen
Beratungs- und Behandlungsstelle oder Fachambulanz entsteht somit eine Therapiekontinuität,
die jedoch jetzt gegenwarts- und alltagsbezogen das Selbsterleben und die
damit verbundenen familiären Wechselwirkungen einbeziehen kann.
